Er liegt voll im Trend und ist schnell gebaut. Zumindest rein technisch: der Blog.

Auch bekannte Anbieter von Website-Baukastensystemen suggerieren einem beim Sichten der zahlreichen Designvorschläge indirekt immerzu: Ein Newsbereich war gestern. Wer modern sein will, muss ihn haben, den Blog. Ein paar Klicks hier, ein bisschen Kästchenschieben da, und schon kann es losgehen. Könnte man so meinen. Kein Wunder also, dass man sich bei einer simplen Google-Suche zur Thematik innerhalb von Sekunden etwas erschlagen fühlt. Da geht es selbst mir nicht anders als denjenigen, die mit Unternehmenskommunikation und PR so gar nichts an der Mütze haben.

Unternehmensblogs gibt es zweifellos viele. Unfassbar viele. Das war natürlich nicht immer so. Bloggen ist seit einigen Jahren in, sowas wie der letzte Schrei. Allerdings ein Schrei, der nachhallt. Und zwar immer lauter und immer länger, so mein persönlicher Eindruck. Selbst dann, wenn es sich um bloggende Einzelpersonen handelt.

Im Web bekannt gewordene Blogger schwemmen den Büchermarkt, Blogger werden zu Markenbotschaftern und sogar zu Laufstegmodels bekannter Modemarken, andere wiederum sind die Inspiration für unseren Ernährungsplan der Woche. Blogger haben in unserer Gesellschaft zweifellos Einfluss auf Meinungen, Kaufverhalten und wirtschaftliche Entwicklungen. Ebenso wie erfolgreich bloggende Unternehmen. Auch die, deren Kernbusiness auf den ersten Blick thematisch ziemlich weit weg von hippen Lifestyle-Themen ist. Da genügt ein Blick auf die TOP 35 Unternehmensblogs, die jüngst in dem Blog (natürlich!) des Software-Unternehmens 247GRAD LABS veröffentlicht wurden:

http://dirico.io/blog/die-35-besten-corporate-blogs/

Aber ist der Blog tatsächlich für jedes Unternehmen ein geeignetes Kommunikationsinstrument? Hauptsache schnell mitreiten auf der Blogger-Welle?

Als frischgebackene Gründerin dachte auch ich drüber nach, ob ein Blog zum jetzigen Zeitpunkt das passende Kommunikations- bzw. Marketinginstrument für kommstoff ist. Und ich habe mich bei der Beantwortung dieser Frage in einer Art Selbstversuch genau an das gehalten, was ich auch meinen Kunden empfehle, wenn es darum geht, sich für oder gegen den Einsatz eines Kommunikationstools zu entscheiden:

Kernfragen stellen! Das sind die Fragen, die die Wahl eines Instrumentes von einem bauchgesteuerten „Ich glaub, das brauchen wir auch. Das macht doch schließlich jetzt jeder“ in die logische Konsequenz einer Kommunikationsstrategie verwandeln. Also:

  • Zuerst eine Kommunikationsstrategie entwickeln!
  • Prüfen, ob das Fokus-Instrument vor dem Hintergrund der Kommunikationsziele im Vergleich zu bereits eingesetzten Instrumenten einen Mehrwert hat. Wenn ja, welchen?
  • Vor Umsetzung des Kommunikationskonzepts die vorhandenen Rahmenbedingungen analysieren und ggf. optimieren!

Und das sind die Kernfragen, die uns in Sachen Kommunikationsstrategie auf den richtigen Kurs bringen:

  • Was wollen wir mit der Kommunikation erreichen (Kommunikationsziele)?
  • Wen wollen wir mit unserer Kommunikation erreichen (Zielgruppe)?
  • Welche Botschaften wollen wir bei welcher Zielgruppe platzieren? (Botschaften)
  • Welche Geschichten können wir rund um diese Botschaften erzählen? (Storytelling)
  • Über welche Kanäle erreichen wir die Zielgruppe(n) am besten? (Instrumente)
  • Wie oft wollen wir die Zielgruppe(n) über welche Kanäle erreichen? (Frequenz)
  • Wer gestaltet, pflegt und schreibt? (internes Team oder externe Dienstleister)
  • Wie viel Zeit können und wollen wir für die Erstellung und Verbreitung unserer Inhalte bereitstellen und wie können wir diese sicherstellen? (Ressourcen)

Acht Fragen, die es in sich haben, denn natürlich sind Unternehmen komplex. Meist gibt es mehrere Zielgruppen, ein vielfältiges Produktportfolio, unterschiedliche Ziele und Interessen und begrenzte Ressourcen. Keine Frage, so ein Kommunikationsfahrplan steht nicht von heute auf morgen. Aber wenn man ihn dann hat, fällt die Entscheidung für oder gegen ein neues Instrument viel leichter und schneller.

Gleiches gilt für die Wahl der Inhalte und Geschichten.

Und prompt folgt an dieser Stelle noch die Königin der alles entscheidenden Kernfragen:

Welche Inhalte aus unserem Geschäfts- und Branchenkontext interessieren, nutzen und / oder helfen unserer Zielgruppe?

Wer sich mit den Kernfragen erst einmal intensiv auseinandergesetzt hat, merkt schnell, dass jedes Kommunikationsinstrument (unterschiedliche) Möglichkeiten und Chancen bietet. Chancen, für die man sich schließlich durch die Brille der Zielgruppe bewusst entscheidet. Oder eben auch dagegen – jedem Hype und jedem Boom zum Trotz, aber dann aus guten Gründen. Weil der Kanal nicht zum Ziel und zur Strategie passt oder nötige Rahmenbedingungen gerade nicht geschaffen werden können.

Bis zu dieser Entscheidung bleiben auch die angesagtesten Kommunikationsinstrumente Optionen und sind alles andere als ein Muss. Unternehmen, die das verinnerlichen, schützen sich selbst vor kommunikativen Schnellschüssen und vor der Gefahr ggf. wirklich großartige Chancen zu verschenken, weil es an inhaltlichem Konzept und Qualität mangelt oder es schlichtweg keinen interessiert, was man da in die Welt schickt. Und vor allem: Wer will schon Geld für nicht funktionierende Maßnahmen zum Fenster rausschmeißen?

Zurück zu meinem Selbstversuch. Hier die Ergebnisse in Kurzfassung:

Ich schreibe in diesem Blog primär für technologisch-orientierte, produzierende, mittelständische Unternehmen, für ihre Führungskräfte und Mitarbeiter, die sich parallel zu ihrem Kerngeschäft ohne viel Zeitaufwand und aus unterschiedlichen Beweggründen intensiver mit dem Thema „Unternehmenskommunikation“ befassen wollen oder müssen. Und natürlich für alle, die Interesse und Freude an den Themen im kommstoff-Blog haben.

Mein Ziel ist es, meine Leser klar und strukturiert zu informieren, zum Nachdenken anzuregen, Impulse zu setzen und zu unterhalten. Schließlich soll Informationsfutter nicht schmecken wie der Inhalt aus einer seit drei Tagen geöffneten Packung Butterkekse. Ich tue das, weil ich überzeugt davon bin, dass meine Zielgruppe in vielerlei Hinsicht von einer strategischen Kommunikation profitieren kann und nicht zuletzt aus Spaß an meiner Arbeit und aus unternehmerischen Gründen. Denn bloggen kann meine Sichtbarkeit im Netz erhöhen, potenzielle Kunden auf meine Dienstleistung aufmerksam machen und ihnen einen Eindruck von meiner Arbeit und meiner Kompetenz verschaffen. Der Blog bietet mir außerdem eine weitere Möglichkeit, mit meiner Zielgruppe in den Dialog zu treten und so mehr über das, was meinen Lesern unter den Nägeln brennt zu erfahren, um diesen dann ganz gezielt den einen oder anderen hilfreichen Praxistipp geben zu können.

Feedback, Anregungen und Themenwünsche sind also ausdrücklich und immer gefragt!

Mein primäres Ziel ist es somit nicht, die Bloggerwelt zu revolutionieren und die TOP 35 der Unternehmensblogs zu erklimmen (dagegen wehren würde ich mich natürlich auch nicht).

Meine Themen:

  • Das Zusammenspiel von interner, externer Unternehmenskommunikation und Unternehmenskultur
  • Praxistipps und Impulse für eine strategische Unternehmenskommunikation
  • Interessante Kennzahlen und Studien rund ums Thema Kommunikation und Mittelstand
  • Der Trend zur Kooperationskultur
  • Mitarbeiterpartizipation in der Unternehmenskommunikation
  • Die Bedeutung von Führung und Persönlichkeit für die Wirkung von Kommunikationsmaßnahmen und ihr Einfluss auf die Unternehmenskultur
  • Besonderheiten in der Kommunikation von produzierenden Unternehmen
  • News aus den Branchen meiner Kunden, die im Hinblick auf die Unternehmenskommunikation Relevanz besitzen
  • Einblicke in den kommstoff-Alltag

Die aufgeführten Themen sind in der Praxis eng miteinander verknüpft. Eine Verzahnung, die mir in Anbetracht ihrer Relevanz für mittelständische Industrieunternehmen in bestehenden Blogs zum Thema Kommunikation, neben Trendthemen wie z. B. Content Marketing und Industrie 4.0, zu kurz kommt. Diese Lücke möchte ich mit dem kommstoff-Blog schließen und Kollegen, die sich des Themas ebenfalls angenommen haben, bei ihrer Mission unterstützen.

Meine Geschichten:

Verrate ich doch jetzt nicht.

Ich werde regelmäßig bloggen. Wer keine Geschichte verpassen möchte, den informiere ich gerne per E-Mail:

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